Die Vesper

Vespern liegen uns besonders am Herzen.

Mit den Vespergottesdiensten wollen wir die alte Tradition des Stundengebetes neu beleben und den Gläubigen wieder nahe bringen. Wir singen sie als "Vesper im Jahreskreis" und zu den besonderen Festzeiten des Kirchenjahres.  Wir sehen dies auch als einen zukunftsweisenden Weg für die Zeit des "Pastoralen Raumes", wo die Frage der Sonntagsgottesdienste neue Wege unabdingbar machen wird.(1)

Ein Vespergottesdienst kann mit und ohne Priester gefeiert werden.

Er ist aufgrund seiner eigenen Struktur des Stundengebetes nicht verwechselbar mit einer Heiligen Messe, er soll sie auch nicht ersetzen. Aber trotzdem kommen die Gläubigen zusammen, um gemeinsam im gesprochenen und gesungenen Wort Christus  zu loben. Der je eigenen Charakter der Zeit im Kirchenjahr kann mit einer Vesper betont werden durch die ausgewählten Gesänge und die spezielle Ausgestaltung (z.B. Lichtritus, Weihrauchritus u.s.w.).

Keinesfalls verstehen wir das, was wir tun, als eine Art "Kirchenkonzert", die Gottesdienstbesucher sind kein "Publikum", im Gegenteil:

Im Laufe einer Vesper wird das Wort Gottes verkündet, es wird gemeinsam gebetet, es singt die Gemeinde, es wird im Wechsel gesungen oder die Schola singt alleine, wobei wir uns in unserem Gesang immer als Stellvertreter für alle sehen, d.h. wir singen und wollen den Gläubigen Gelegenheit geben, Text und Musik  für sich aufzunehmen und in sich wirken zu lassen, ohne ständig damit beschäftigt zu sein, richtig mitzusingen. Aus diesem Grund steht unser Bemühen um sängerisches Niveau stets im Dienst der Sache: Nur das, was der Hörer als "schön" empfindet, nimmt er gerne in sich auf.

Um diese "innerliche" und "äußerliche" Teilnahme zu erleichtern, erstellen wir zu jeder Vesper ein Heft mit allen Texten und Melodien für die Gottesdienstbesucher. Die lateinischen Texte werden übersetzt, Abläufe beschrieben und z.T. erklärt.

Nach "Anlaufschwierigkeiten" in den vergangenen Jahren, werden unsere Vespern am Sonntagabend um 18.00 Uhr inzwischen im Schnitt von etwa 50 Gläubigen besucht.

(c) -dw-
Unsere Chororgel

Die Mehrzahl der Gottesdienste feiern wir in Stahlhofen, da wir in der St. Wendelinus-Kirche unsere Chororgel stehen haben.

Mit dem Ziel, das Stundengebet wieder ins Gedächtnis zu rufen bzw. neu zu vermitteln, haben wir zudem im Jahr 2000 im Pfarrbrief des Gemeindeverbandes eine Serie unter dem Titel „Stichwort Stundengebet“ veröffentlicht.

Um all das durchführen zu können, betreiben wir eine intensive  Vorbereitungs- und Probenarbeit. Manche Sänger und Sängerinnen haben bei uns im Grundschulalter angefangen und sind als junge Erwachsene immer noch dabei. Diese Kontinuität zeigt, dass über die sängerische Ausbildung hinaus von uns eine wirkliche religiöse (Jugend) - Arbeit betrieben wird. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen kommen gerne und regelmäßig, opfern viel Freizeit und sind durchaus sensibel für die liturgische Bedeutung ihres Tuns. Sie sind bereit, zweimal wöchentlich zu proben, oftmals zusätzlich einzeln Stimmbildung zu machen und mindestens einen Sonntag im Monat (manchmal auch mehr!) zur Verfügung zu stehen.

1)Siehe hierzu auch den Fasten - Hirtenbrief 1998 unseres Bischofs: Unser Sonntagsgottesdienst, wo er darauf hinweist, dass die sonntägliche Eucharistiefeier  umgeben sein solle von einem Kranz von Gottesdiensten. „Es wäre sehr wünschenswert, dass in diesem Zusammenhang die Schätze der Stundenliturgie neu entdeckt würden.“

 Zusammengestellt: C. Czerwick