Unsere Kirchen und die Orgel
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Definitionen
| Kirche | Kapelle | Die
Orgel und ihre Geschichte |
Althochdeutsch: kiricha, von spätgriechisch kyrikón »Gotteshaus«, zu älter kyriakón, eigentlich »das zum Herrn gehörende (Haus)«, zu kýrios »Herr«], griechisch Ekklesia, lateinisch Ecclesia,
Die Kirche ist ein Gebäude, in dem sich Christen zum Gottesdienst versammeln (Kirchenbau). Nach katholischem Kirchenrecht ist Kirche ein Gebäude, das durch Konsekration oder Benediktion dem öffentlichen Gottesdienst gewidmet wird.
(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2002
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Althochdeutsch: kapella, von mittellateinisch cap(p)ella »kleines Bethaus«, eigentlich »kleiner Mantel«.
Ursprünglich ist Kapelle ein Verehrungs- und Aufbewahrungsraum der Cappa (das legendäre Mönchsgewand des Martin von Tours) im Königspalast in Paris. Vom 8.-13. Jahrhundert ist Kapelle die Bezeichnung für den Reliquienschatz selbst, den königlichen Gebetsraum und die Gesamtheit der Hofgeistlichkeit (Kaplan). Dieser höfisch-kirchliche Institution (Capella regis) oblagen neben dem Gottesdienst auch Kanzleiaufgaben. Seit dem Spät-Mittelalter ist Kapelle dann Bezeichnung für ein kleines Gebäude für gottesdienstliche Handlungen, zum Beispiel ein kleiner Raum in Burgen, Schlössern, Rathäusern, Privathäusern, auf Kirchhöfen, an Straßen, an Wallfahrtsorten oder auch ein Teil einer Hauptkirche, der je nach seiner Bestimmung Gebets-, Tauf- oder Grabkapelle sein kann.
(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2002
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Die Orgel
Aus dem Griechischen organon = "Werkzeug"
Die Orgel ist ein Tasteninstrument, bei dem Pfeifen als
Tonerzeuger durch Wind zum Klingen gebracht werden.
Die Hauptteile der Orgel sind
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das Pfeifenwerk mit Windladen |
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die Windversorgung |
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Traktur und Spieltisch. |
Das Pfeifenwerk gliedert sich in einzelne Register. Darunter versteht man eine Reihe von Pfeifen, die sich durch gleichen Klangcharakter auszeichnen. Jedes Register kann an- oder abgeschaltet werden. Wichtigstes Register ist das Prinzipal. Die Pfeifen werden aus Holz, Zinn-Blei-Legierungen oder Kupfer angefertigt. Man unterscheidet zwischen Labialpfeifen und Zungenpfeifen. Die sogenannte Fußzahlen der Register (z. B. 32′, 16′, 8′) geben die Länge der tiefsten Pfeifen in offener zylindrischer Bauweise an.
Die Register werden in verschiedenen Werken zusammengefasst:
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Rückpositiv |
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Hauptwerk |
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Seitenwerk |
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Oberwerk |
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Kronwerk und |
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Pedalwerk. |
Jedes Werk wird am Spieltisch von einem eigenen Manual betätigt, das Pedalwerk von der Pedalklaviatur. Die einzelnen Werke können miteinander gekoppelt werden. Ein Werk, das von Jalousien abgeschlossen wird, die vom Spieltisch aus geöffnet werden können, nennt man Schwellwerk. Der Ton ist hierbei von piano bis forte stufenlos führbar.
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Die Windladen, auf denen die Register angeordnet sind, enthalten Sperrungen für die einzelnen Register und Öffnungsventile für die einzelnen Töne. Der Tastendruck vom Spieltisch wird durch meist kompliziert verlegte Drähte (Traktur) zum Pfeifenwerk übertragen. Bei der pneumatischen Orgel wird die Traktur durch Druckluft betätigt.
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Schleiflade |
Der Spieltisch weist bis zu 6 schräg übereinander angeordnete Manuale auf sowie ein, selten 2 Pedale. Neben und zum Teil über den Manualen sind die Registerzüge angeordnet (bei mechanischer Traktur Knöpfe an Zugstangen, bei pneumatischer oder elektrischer Traktur Kippschalter, sogenannten Wippen).
Die Windversorgung erfolgte früher über von Kalkanten durch Treten zu bedienende Bälge; seit etwa 1890 übernimmt ein elektrisches Gebläse, der Windmotor, diese Funktion. Der erzeugte Wind wird durch den Windkanal zur Windlade weitergeleitet.
Geschichte der Orgel
Zu den frühesten erwähnten Vorläufern der Orgel zählt die Hydraulis (Wasserorgel) des Ktesibios von Alexandria (3. Jahrhundert v. Chr.). Im Westen taucht die Wasserorgel nach der Überlieferung 757 nach Christus als Geschenk Konstantins V. an Pippin auf. 951 wird ein Orgelwerk mit 400 Pfeifen in der Kathedrale von Winchester erwähnt.
Positiv, Portativ und Regal waren die Kleinformen der Orgel etwa vom 11. Jahrhundert an, die zunächst für weltliche Musik verwendet wurden. Im 14. Jahrhundert kam das Pedal hinzu. Berühmte deutsche Orgelbauer der Barockzeit waren A. Schnitger u. G. Silbermann. Das 18. und vor allem das 19. Jahrhundert brachten schließlich alle die technischen Finessen der modernen Orgel, von denen heute schon wieder manche als unechte Orchesterimitationen aufgegeben werden. Die neue Orgelbewegung strebt einen Klang an, wie er der Barockorgel eigen war und als der Orgel eigentümlich empfunden und gewertet wird. Die Orgel hat außer in der Kirche auch im Konzertsaal ihren Platz. Sogenannte Elektronische Orgeln haben mit der Orgel nur den Spieltisch gemein.
aus: www.wissen.de
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