Die "Dreifaltigkeits - Kapelle" in Daubach
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Maria |
Text zur Daubacher Weihnachtskrippe
Nur
ein lieber alter Apfelbaum
Niemand im Dorf kann sich heute erinnern, wer mich hier, unterhalb
des Krahbeuls, pflanzte, und mir damit meine Heimat in Daubach gab. Ich wurde größer
und größer. Viele sah ich, wie sie zu Fuß zur Heiligen Messe nach Stahlhofen
gingen. Viele Landwirte mit Kühen und Wagen zogen an mir vorbei. Ich sah, wie
der Schweiß ihnen von der Stirne rann, wenn sie, um ihre Familie zu ernähren,
mühsam die Felder bestellten und die Ernte einbrachten. Die Zeit änderte sich
und nun fahren alle mit den Autos an mir vorbei. Alle kannten mich. Ich wurde
mit ihnen älter und älter. Überlebte so manchen, doch die Spuren der Zeit
gingen auch an mir nicht vorüber. In meinem Inneren wurde ich schwach und hohl.
Eidechsen, Fledermäuse und anderen Kleintieren gab ich Heimat - viele Vögel
bauten ihre Nester in meiner Krone. Ich wurde stärker und dicker und bin mit
meinem Umfang in der ganzen Umgebung der Größte. Es gab Zeiten, da verspottete
man mich, man nannte mich eine Baumruine -eine Schande. Doch gab es auch
Menschen, die mich liebten, die mich achteten - die wussten, dass ich in
schlechten und in guten Zeiten meine Früchte reichlich für sie hergab. An
einem stürmischen Abend zauste der Wind meine Krone durcheinander. Ich brach
entzwei und fiel zu Boden. Eine Hälfte von mir überstand den Sturm. Doch aus
mir wurde in vielen Stunden eine Krippe gebaut. Nun darf ich in Jedem Jahr dem
Christkind eine Herberge sein. Und wenn man Dich einst in meiner Nähe zur
letzten Ruhe in die Erde bettet, Dich mit der Zeit vielleicht vergisst, werde
ich an jedem Weihnachtsfest Dir einen Gruß herüberschicken. A.
Wittlich